MotoGP-Training im Februar 2019

Morbidelli beim MotoGP-Test in Sepang

Richtungsweisend?

In der ersten Februarwoche des Jahres trafen sich alle MotoGP-Teams zu den ersten offiziellen Trainingstagen der Saison. Ort des Geschehens war von 6. bis 8. Februar die Rennstrecke von Sepang bei Kuala Lumpur in Malaysia.

Der amtierende Weltmeister Marc Marquez kam mit einer noch nicht ganz ausgeheilten Verletzung nach einer Schulteroperation. Am ersten Tag war er zwar noch als schnellster unterwegs, doch fehlten dem Spanier noch die Kräfte und am letzten Tag änderte sich alles: die vier schnellsten Rundenzeiten kamen aus dem Ducati-Lager. Danilo Petrucci, neu auf der Werks-Ducati, knapp vor dem Rookie und amtierenden Moto2-Weltmeister Francesco Bagnaia, vor Jack Miller, beide auf der Pramac-Ducati und Andrea Dovizioso auf der zweiten Werks-Duc. Erste Nicht-Ducati war die Werks-Yamaha von Maverick Vinales, der den zweiten Tag noch dominiert hatte. Dann Cal Crutchlow auf der ersten Honda von Givi. Dann schon – Überraschung – die erste Aprilia mit Aleix Espargaro.

Valentino Rossi schaffte die zehntschnellste Runde und weiß, dass das Yamaha-Werk noch viel zu tun hat, um an der Spitze mit den Ducatis und den Hondas mithalten zu können, auch wenn er damit den gehandicapten Marquez hinter sich lassen konnte. Alex Rins als schnellster Suzuki-Mann auf zwölf wird in diesem Jahr sicher für einige Podestplätze, wenn nicht gar Siege gut sein, wie auch sein Teamkollege Joan Mir auf 15. Nur unwesentlich langsamer als Rins war Stefan Bradl auf der Werks-Honda, der den verletzten Jorge Lorenzo mehr als würdig vertreten konnte. Bleibt zu hoffen, dass der Bayer im Laufe des Jahres zu seinen Einsätzen als Ersatzfahrer kommen wird, um sich zu empfehlen.

Von der Tech3-Yamaha auf die Werks-KTM umgestiegen ist der Franzose Johann Zarco. Mit seiner schnellsten Runde mit einem Rückstand von fast 1,5 Sekunden auf die Spitze war er zwar nicht zufrieden, dafür mit den Fortschritten der Austria-Marke.

Mit dabei bei den Testfahrten in Malaysia war auch der Yamaha-Entwicklungsfahrer Jonas Folger, der jedoch nur zum Test von Einzelheiten bestellt wurde – zu seinem Bedauern ließen die Testfahrten keinen Spielraum für die persönliche Zeitenjagd zu.

Das wahre Potential konnte Weltmeister Marquez den Hondas Anfang Februar also noch nicht entlocken, doch bleibt die japanische Marke nach wie vor die Messlatte, auch wenn ihnen die Ducatis sehr, sehr nahe gerückt sind. Währenddessen hat Yamaha den Abstand der vergangenen Saison noch nicht aufgeholt – Rossi und Vinales werden schwer für Podestplätze kämpfen müssen. Auf etwa dem gleichen Niveau handelt Suzuki mit Rins und Mir, wenn inzwischen nicht so gar auf einem höheren Niveau. Und sowohl KTM als auch Aprilia rücken ebenfalls immer näher an die etablierten Teams heran. Die Saison 2019 verspricht also höchste Spannung und wird sicher mehr als nur ein paar Gewinner hervorbringen, junge wie alte. Wir dürfen uns freuen.

Die persönlich schnellsten Runden:

  1. Danilo Petrucci, I, Ducati, 1:58,24 min
  2. Francesco Bagnaia, I, Ducati, + 0,06 sec
  3. Jack Miller, AUS, Ducati, + 0,13 sec
  4. Andrea Dovizioso, I, Ducati, + 0,30 sec
  5. Maverick Vinales, ESP, Yamaha, + 0,40 sec
  6. Cal Crutchlow, GB, Honda, + 0,54 sec
  7. Aleix Espargaró, ESP, Aprilia, + 0,78 sec
  8. Franco Morbidelli, I, Yamaha, +0,90 sec
  9. Takaaki Nakagami, JAP, Honda, + 0,91 sec
  10. Valentino Rossi, I, Yamaha, + 0,92 sec
  11. Marc Marquez, ESP, Honda, + 0,93 sec
  12. Alex Rins, ESP, Suzuki, + 0,94 sec
  13. Stefan Bradl, D, Honda, + 1,13 sec
  14. Tito Rabat, ESP, Ducati, + 1,25 sec
  15. Joan Mir, ESP, Suzuki, + 1,25 sec
  16. Fabio Quartararo, F, Yamaha, + 1,26 sec
  17. Johann Zarco, F, KTM, + 1,40 sec
  18. Pol Espargaró, ESP, KTM, + 1,51 sec
  19. Miguel Oliveira, POR, KTM, + 1,71 sec
  20. Karel Abraham, CZ, Ducati, + 2,14 sec
  21. Andrea Iannone, I, Aprilia, + 2,27 sec
  22. Mika Kallio, FIN, KTM, + 2,28 sec
  23. Hafizh Syahrin, MAY, KTM, + 2,53 sec
  24. Katsuyuki Nakasuga, JAP, Yamaha, + 2,73 sec
  25. Sylvain Guintoli, F, Suzuki, + 2,75 sec
  26. Bradley Smith, GB, Aprilia, + 2,76 sec
  27. Jonas Folger, D, Yamaha, + 3,00 sec
  28. Takuya Tsuda, JAP, Suzuki, + 5,04 sec

 

 

 

Fotos: MotoGP, Werk, Lulop